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Stolperstein der Woche 18

 

 

GEGEN MISSSTÄNDE UND FREIHEITSBESCHRÄNKUNGEN IN PFLEGEHEIMEN

 


Wie die Kleine Zeitung am 30.3.2005 online und in ihrer Printausgabe berichtet, sollen in Kärnten sieben Pflegeheime, die wegen "eklatanter Missstände" einen Schließungsbescheid der Kärntner Landesregierung bekommen, ihren Betrieb dennoch aufrecht erhalten haben, indem sie gegen den Bescheid berufen und eine geringe Verwaltungsstrafe bezahlt haben. Laut "Kleine Zeitung" soll ein Bewohner in einem dieser Heime so vernachlässigt worden sein, dass er beinahe verdurstet wäre. Dazu zitiert wird eine Aussage der Soziallandesrätin Gaby Schaunig, wonach die Mängel meistens im Betreuungsbereich liegen. "Zu viele Insassen und kein Fachpersonal", wird die Kärntner Landesrätin zitiert. Als Hoffnung wird das in Ausarbeitung befindliche neue Kärntner Heimgesetz beschrieben, das derzeit begutachtet wird und strengere Bestimmungen vorsehen soll.

Auch Freiheitsbeschränkungen in Pflegeheimen sind kein Einzelfall, wie viele Medienberichte aus den letzen Jahren zeigen. Selbstbestimmungsrecht und persönliche Freiheit müssen aber selbstverständlich auch für Menschen in Pflegeheimen gelten! Leider wird deren Selbstbestimmung aber "abgelöst von festgesetztem Tagesablauf der Institution mit fixen Essens- und Pflegezeiten. [...] Fremdbestimmt werden auch Gewohnheiten, Freizeitgestaltung und die Integration ins soziale Umfeld wird gefährdet", so Dr. Helga Müller-Ebner vom Verein für Sachwalterschaft im Bericht Kärnten 2001/2002.

Es ist zu hoffen, dass das hoffentlich bald geltende neue Kärntner Heimgesetz etwas an den angesprochenen Missständen ändern wird. Erwartungen werden auch an das neue Heimaufenthaltsgesetz gerichtet, das ab 1.7.2005 bundesweit in Kraft tritt und vorsieht, dass der Schutz der persönlichen Freiheit von Menschen während eines Aufenthaltes in Heimen und anderen Pflege- und Betreuungseinrichtungen gewährleistet ist.

 

Marion Sigot

4. April 2005

 

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