+ + + Unterstützen Sie unsere Stolpersteinsammlung: Senden Sie uns konkrete Beispiele für Diskriminierungen behinderter Menschen sowie auch etwaige Lösungsvorschläge für die Beseitigung von Barrieren! + + +

 

Stolperstein der Woche 26


Barrieren im Fremdenverkehr

Kärnten ist ein Fremdenverkehrsland. Insbesondere im Sommer zieht es tausende Touristen und Touristinnen an die warmen Seen, in die zum Wandern einladenden Berge und zu den unterschiedlichsten Sehenswürdigkeiten. Sehr viel Geld wird investiert, um die Besucher und Besucherinnen zufrieden zu stellen. Unter den Touristen und Touristinnen befinden sich stetig auch mehr behinderte Menschen, die gerne die Angebote nutzen wollen. Leider jedoch wird von dem für den Fremdenverkehr investierten Geld lediglich ein Bruchteil für eine barrierefreie Gestaltung des Freizeitangebotes ausgelegt. So ist für behinderte Menschen die Nutzung schwierig, und ohne sich vorher genauestens informiert zu haben, kann der Besuch so mancher Sehenswürdigkeit bzw. Freizeiteinrichtung mit großer Enttäuschung und Verärgerung enden.

Das Beratungs-, Mobilitäts- und Kompetenzzentrum sammelt nach und nach Informationen zu den unterschiedlichsten Angeboten, in erster Linie Erfahrungen der eigenen Mitglieder. Über einige davon wurde bereits in Stolpersteinen berichtet, z.B. Stolperstein Nr. 23.

Auch der Stolperstein dieser Woche informiert über zwei Kärntner Freizeit- bzw. Tourismusangebote.

Burg Hochosterwitz

Die Burg Hochosterwitz verfügt über einen Aufzug, den man über einen relativ holprigen und steilen Steig erreichen kann. Für Rollstuhlbenützer und –nützerinnen ist Assistenz nötig. Der Aufzug ist sehr geräumig, die Einstiegstür ist genügend breit, um mit mechanischen Rollstühlen zusteigen zu können. Um in den Burghof, in dem sich ein Restaurant, die Ausstellungsräumlichkeiten sowie Toiletten (nicht behindertengerecht!) befinden, zu gelangen, müssen noch einige schwer überwindliche Hürden genommen werden.

Rampe auf der Burg HochosterwitzEine ca. 4 m lange, sehr steile Rampe ohne Geländer (mit Rollstuhl selbstständig nicht zu bewältigen!) führt zu einer Treppe mit drei Stufen. Im Burghof angelangt, gilt es lediglich noch ein Hindernis zu meistern: eine etwa 15 cm hohe Stufe in den Ausstellungsräumen. Das Burgpersonal ist sehr hilfsbereit und verfügt zum Teil auch über Assistenzerfahrungen.

Fazit:  Mit relativ wenig Aufwand könnte eine entscheidende Verbesserung herbeigeführt werden. Vorläufig ist der Besuch der Burg Hochosterwitz nur für nervenstarke Menschen im Rollstuhl ratsam, mit E-Rollstuhl sollte man auf einen Besuch verzichten!

Wörthersee-SchifffahrtWörthersee-Schiff "Klagenfurt"

Die von der Stadtwerke AG am Wörthersee verwendeten Ausflugs- und Linienschiffe können durchaus auch von Personen mit mechanischen Rollstühlen benützt werden. Mit Assistenz der Matrosen gelangt man problemlos an Deck. Unterwegs sollte man allerdings nicht unbedingt die Toiletten aufsuchen müssen, diese sind nicht rollstuhltauglich. Ebenso wie für die Burg Hochosterwitz gilt auch hier: Mit E-Rollstuhl sollte man auf einen Besuch verzichten!

 

Ernst Kočnik

29. Mai 2005

 

nach oben


<<< zurück

startseite

weiter >>>

Stolpersteine auf dem Weg zur Gleichstellung ist eine Aktion von:

 

 

beratungs-, mobilitäts- und kompetenzzentrum, universitätsstr. 65, 9020 klagenfurt | letzte aktualisierung: 04.06.2005 | ek