HELMUT STOCKHAMMER

ANARCHISMUS UND DIE THEORIE DER RÄTEDEMOKRATIE(1)

DISPOSITION

1. Einleitung

2. Grundgedanken des Anarchismus

2,1. Staat und Autorität sind finstere Vorurteile

2,2. Die Kritik an der bürgerlichen Demokratie

2,3. Die Kritik der frühen Anarchisten am "autoritären" Sozialismus

2,4. Die Quellen revolutionärer Energie: Das Individuum und die Spontaneität der Massen

3. Kurzer Abriß: Geschichte des Anarchismus

4. Zukunft der Anarchie und Kritik

4,1. Anarchie und Kleingruppenforschung

4,2. Prinzipien des Rätesystems und Ansätze zu einer Kritik

1. Einleitung

Im Gegensatz zu vielen Studien will ich in meiner zum größten Teil makrosoziologischen, ja sozialphilosophischen Arbeit die Grundzüge eines auch noch heute diskutablen und wie man an allen Universitäten merkt, auch noch, oder schon wieder, virulenten Anarchismus kurz umreißen. Dieser Anarchismus will das Problem der Macht und Herrschaft, sowie ihrer tendenziellen Gewalttätigkeit und Furchtbarkeit, nicht, wie ihm in Unwissenheit unterschoben wird, durch Unordnung, Chaos und Zerstörung lösen, sondern durch radikaldemokratische und föderative realutopische Konzepte.

Im dritten Abschnitt wird auf einige geschichtliche Erscheinungsformen des Anarchismus eingegangen. Aus diesem kurzen historischen Überblick wird bereits die beschränkte Anwendung und auch Anwendbarkeit anarchistischer Konzepte in den einzelnen politischen Situationen deutlich.

Einen kleinen Beitrag zur Anarchismuskritik vom Standpunkt der Kleingruppenforschung und der von ihr beobachteten Interaktionsprozesse habe ich im ersten Teil des vierten Abschnittes geleistet. Im zweiten Teil des vierten Abschnittes werden einige Ergebnisse der Interaktions- und Institutionsanalyse den Forderungen linksradikaler Rätetheoretiker nach Selbstbestimmung in allen Institutionen gegenüber gestellt. Die Prinzipien des Rätesystems und seiner Hoffnung auf die Verwirklichung einer herrschaftsfreien Gesellschaft werden von der gegenwärtigen Gesellschaft und ihren Grundbedürfnissen aus untersucht. Das Ziel des Anarchismus wurde von dem großen amerikanischen Lyriker Whitman besser bezeichnet als dies die Formel vom "kommunistischen Reich der Freiheit" tun kann. Er schrieb um die Mitte des vorigen Jahrhunderts:" Ich besinge das Selbst, den Einzelmenschen, doch spreche das Wort demokratisch aus, das Wort en masse."

2. Grundgedanken des Anarchismus

Ist nicht das Leben, das gewaltfrei und "unbeherrscht" verläuft das beste? Ist nicht die Lösung des politischen Problems gleichzeitig die Beseitigung von Herr und Knecht?

Obwohl es kaum möglich ist die vielfältigen Gedanken der Anarchisten auf einen Nenner zu bringen, fand ich nach einigem Studium der Kontroverse Marx-Bakuin, der Schriften von Proudhon, der libertären Kommunisten Peter Kropotkin, Errico Malatesta und V.M. Eichenbaum (Volin) einige zusammenhängende und übereinstimmende Meinungen. Die bestehenden Herrschaftsverhältnisse, ja Herrschaft überhaupt wird genauso negiert ("Machen wir uns nicht zu Oberhäuptern einer neuen Religion, sie dies die Religion der Logik oder die Religion der Vernunft", schrieb der französische Anarchist Pierre J. Proudhon an K. Marx) wie Autorität und Dogmatismus.(2) Die von Daniel Guerin getroffene Unterscheidung von anarchistischem Individualismus (Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum) und dem sozietären Anarchismus ist fürs erste recht nützlich.(3) Weiters scheint es mir aus pädagogischen Gründen sinnvoll noch einige Punkte im weiten Assziationsfeld "Anarchismus" zu nennen. Heute sind z.B. die beiden Begriffe anarchistisch und libertär austauschbare Größen. Ebenso bedeuten die Begriffe "Gauchismus" (abgeleitet vom franz. gauche = links), Linksradikalismus und Anarchismus fast das gleiche.(4) Der sowjetische Professor N. Moltschanov benutzt diese Begriffe zur Bezeichnung der den "Sowjets" (Welche Macht haben in der Sowjetunion die Sowjets = Arbeiter- und Bauernräte?) keineswegs geheuren Ideologie und des "Gauchismus". Der Anarchist ist, zumindest nach eigener Definition, in erster Linie Sozialist. Seine Ziele sind die Abschaffung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, die Aufhebung des Staates und die Errichtung einer nichtrepressiven Gesellschaft, im Zentrum seiner politischen Aktivität und Theorie steht der sozialistische Freiheitsgedanke.









2,1. Staat und Autorität sind finstere Vorurteile

Warum sollte die Herrschaft des Menschen über den Menschen gut sein, selbst wenn man ihr das Wörtchen "sanktioniert" anhängt? Warum sollten die Völker Wilde werden und sich gegenseitig die Nase abfressen sobald die Regierung nicht mehr funktioniert, warum hegen die "Autoritäten" so eine große Furcht vor der Freiheit? Diese Fragen stellen sich die Anarchisten bei der Betrachtung des Staates und seiner immer wieder zu beobachtenden Tendenzen zur Totalität (Mon-archie, heute: Spanien, Rußland, Griechenland, usw.) Zum Imperialismus (Kolonialismus, heute: USA und UdSSR in der Dritten Welt, Vietnam, CSSR), zur unnötigen Beschränkung (Repression, Vergeudungskapitalismus während 2/3 der Menschheit hungern)(125 Mio. Tonnen Getreide wurden 1960 allein in den USA vernichtet), zur Subordination in Armee und Verwaltung.

Die Gefahr, die im Individuum vom Staat droht, verschärft sich in dem Maße, schreibt Guerin, indem sich die Zuständigkeit des Staates und seiner Bürokratie ausdehnt. Proudhon hat diese Hauptgeißel des zwanzigsten Jahrhunderts mit folgenden Worten beschrieben: "Die Bürokratie führt zum Staatskommunismus ..., die Zentralisation wird immer mächtiger .."

In einem nicht unwesentlichen Teil beruhen die egalitären Vorstellungen der Anarchisten auf der urchristlichen Vorstellung der Gleichheit unter Brüdern. ("Keiner soll sich Vater nennen" Christus).

2,2. Die Kritik an der bürgerlichen Demokratie

Der Anarchist entlarvt, nach Meinung der Anarchisten, die strukturellen Mängel der bürgerlichen Demokratie viel schärfen als der "autoritäre" Spezialist. Wäre Demokratie wirklich Volksherrschaft und Volkssouverenität gäbe es keine Regierung und keine Regierten mehr. "Das repräsentative System garantiert die permanente Existenz einer Regierungsaristokratie gegen das Volk" behauptet der Exilrusse Michail Bakuin. Auch ist der Boykott der Wahlurnen für die Anarchisten, die ja meist Vertreter der direkten Aktion sind, kein Glaubensartikel sondern Bestandteil ihrer Taktik. Eine nähere und differentiertere Kritik der bürgerlichen Demokratie werde ich im Kapitel "Parlamentarismuskritik und Rätesystem" in Anlehnung an Wilfried Gottschalch versuchen. Natürlich wurden mit der Einführung der parlamentarischen Systeme relative Fortschritte auf dem Weg zu einer zukünftigen herrschaftsfreien Gesellschaft gemacht, doch zeigen nicht nur Demokratien westlichen Musters, sondern auch kommunistische Systeme Oligarchisierungstendenzen und Bestrebungen zur Zentralisierung, die man nur durch eine Organisierung von "unten nach oben" und nicht umgekehrt lösen kann. Aus diesen wenigen Zeilen geht hervor, daß den Anarchisten nicht, wie Lenin ihnen vorgeworfen hat, die Form der Unterdrückung ganz egal ist. Die Forderung der Anarchisten nach dauernder "Operationalisierung des Freiheitsbegriffes" kennzeichnet meines Erachtens diese personhaft -sozietäre Utopie. Da ihr erstes Ziel die Emanzipation der "Unteren" (z.B. Arbeiter) ist, gilt ihr Mißtrauen in erster Linie den Anpassungs- und Integrationszwängen der bürgerlichen Gesellschaft, und auch im Wahlakt sehen sie diese Zwänge sich durchzusetzen. (Waren "Wahlen" zwischen den letzten Präsidentschaftskandidaten Amerikas Wahlen?).

2,3. Die Kritik der frühen Anarchisten am "autoritären" Sozialismus

Um zu zeigen mit welchem Recht sich linksradikale Studenten als Anarchisten bezeichnen (Daniel Cohn-Bendit ebenso wie der Vorsitzende der Münchner Räterepublik der expressionistische Dichter Ernst Toller) möchte ich die frühen Anarchisten (Bakunin, Proudhon) und ihre Kommunismuskritik darlegen. Erst heute läßt sich diese Auseinandersetzung richtig einschätzen.

Vor allem Stirner ahnt die Gefahr einer kommunistischen Gesellschaft, in der die kollektive Zueignung der Produktionsmittel dem Staat weit mehr Macht verleiht, als er in der gegenwärtigen Gesellschaft besitzt: "Der Kommunismus drückt mich durch einen Aufhebung allen persönlichen Eigentums nur noch mehr in die Abhängigkeit von einem anderen, nämlich von der Allgemeinheit oder Gesamtheit zurück, und so laut er immer auch den Staat angreife, was er beabsichtigt, ist selber wieder ein Staat, ein status, ein meine freie Bewegung hemmender Zustand, eine Oberherrlichkeit über mich. Gegen den Druck, den ich von den einzelnen Eigentümern erfahre, lehnt sich der Kommunismus mit Recht auf; aber grauenvoller noch ist die Gewalt, die er der Gesamtheit einhändigt."(5) Auch Proudhon wendet sich scharf gegen die autoritären Potenzen des Staatssozialismus. Der Begriff, den die Kommunisten vom Staat und der Macht des Staates haben, sei genau der gleiche wie der ihrer Vor-herrscher, lediglich minder liberal. "Die dem alten Absolutismus entliehene Formel: Herrschaft der Gewalt, völlige Zentraliserung, inquisitorische Polizei wird auch den Staatskommunismus kennzeichnen". Noch weiterentwickelt hat Bakuin die Kritik an den autoritären Strukturen des Kommunismus: "Ich verabscheue den Kommunismus, weil er die Negation der Freiheit ist, und weil ich mir nichts Menschenwürdiges ohne Freiheit vorstellen kann. Ich bin deshalb nicht Kommunist, weil der Kommunismus alle Macht der Gesellschaft im Staat konzentriert und aufgehen läßt, weil er notwendig zur Zentralisation des Eigentums in den Händen des Staates führen muß, während ich wünsche, die radikalste Ausrottung des Autoritätsprinzips und der Vormundschaft des Staates, die, unter dem Vorwand, die Menschen sittlich zu erziehen und zu zivilisieren, sie bis heute versklavt, unterdrückt, ausgebeutet und verdorben hat. Ich wünsche die Organisation der Gesellschaft und des kollektiven oder sozialen Eigentums von unten nach oben auf dem Weg über freie Assoziationen und nicht von oben nach unten mit Hilfe irgendeiner Autorität, wer immer sie sei." Kurz nach dieser Rede trat Bakuin der Ersten Internationale bei. In dem folgenden Streit, bei dem es letzten Endes um die Kontrolle der internationalen Arbeiterbewegung geht, zieht Bakuin den kürzeren. "Die wahren oder vorgeblichen Gelehrten" des wissenschaftlichen Marxismus (die Partei = revolutionäre Avantgarde des Volkes) werden herrschen.(6) Diese Partei prädisponiert die Massen zur Passivität, sie plant dauernd voraus. Spontaneität, Initiative und Selbstverwaltung sind einem Staatssozialisamus zuwider.

2,4. Die Quellen revolutionärer Energie: Das Individuum und die Spontaneität der Massen

Lange Zeit ist Max Stirner ein Außenseiter unter den anarchistischen Denkern gewesen. Doch heute wird er neu verlegt und wie Marcuse zur Analyse der gegenwärtigen Gesellschaft verwendet. Unsere Gesellschaft leidet unter hochperfektionierten Herrschafts-, Anpassungs-, und Unterdrückungsstrukturen. Die Formen der Unterdrückung, die auf die klassische kapitalistische Unterdrückung gefolgt sind verlangen nach Analyse und nach ihrer Aufhebung. Die Therapie des Anarchismus ist nun die Selbstbefreiung des Einzelnen. Um sich zu befreien, muß sich das Individuum aus den Gewöhnlichkeiten (Konventionen), die sein Denken (und Schreiben; E. Toller war expressionistischer Dichter) und Handeln einengen, lösen. Ein Hauptstoß wird von den Anarchisten gegen die christliche Sexualmoral und gegen die Verinnerlichungsmechanismen in Elternhaus und Schule geführt. Stirner schreibt dazu: "Gott, Gewissen, Pflichten und Gesetz sind zu einer innerlichen Macht geworden, der ich mich nicht mehr entziehen kann. Ihre Despotie ist noch zehnmal ärger als äußere Herrschaft, da sie im Gewissen rumort."(7) Nur wenn man sich die Begriffe Gesellschaft (Herrschaft als "ärgerliche Tatsache" der Gesellschaft) und Individuum ständig vor Augen hält, wird man auch heute noch die politische Absicht der Anarchisten (z.B. Befreiung Ich-schwacher Individuen von den durch Werbung internalisierten Konsumzwängen, oder SDS Aktion zum Todestag Rosa Luxemburgs gegen das "Kaufhaus des Westens") verstehen.

Immoralität, davon ist Bakunin überzeugt, ist allein die Folge und Ausdruck einer unrichtigen Organisation der Gesellschaft. Verbrechen sind als Krankheit und ihre Bestrafung ist eher als Lernprozess von "Verbrecher" und freier Gesellschaft zu verstehen.(8)

Als sich die spanischen Anarchisten, die geistigen Erben Bakuins, für die Verstaatlichung der Produktionsmittel einsetzten, versäumten sie selbst am Vorabend der Revolution vom Juli 1936 nicht, die Autonomie des Individuums zu garantieren.

Die spanischen Anarcho-Syndikalisten (Anarchistengewerkschaft) mit über 2 Mio. Mitglieder konnten auch 1936, nachdem die Industriellen und Großgrundbesitzer in großer Hast ihren Besitz verlassen hatten, die ersten Erfolge der Selbstverwaltung der Arbeiterräte für sich buchen.(9)

Jedoch sind für den Anarchisten nicht nur die Individuen die Quellen revolutionärer Energie, sondern, wie bereits eingangs erwähnt, auch die Massen, ihre Initiative und Spontaneität. Bakunin findet in den Erfahrungen der Pariser Kommune von 1871 eine Bestätigung seiner Ansichten. Die These, daß die Massen die treibende Kraft der Revolution sind und nicht die kommunistischen Parteien, hat sich für Anarchisten in der Pariser Mairevolution bestätigt.(10)

Trotzdem erscheint mir diese These (Revolution durch Massen) in unserer hochindustrialisierten und komplexen Industriegesellschaft als zu rom antisch und letzthin der "Reaktion" nützend. (Wahlen in Frankreich). Alternative Konzepte die die Herrschaftsfreiheit zum Ziel ihrer Utopie haben und doch als anarchistisch im engeren Sinn bezeichnet werden können, möchte ich im letzten Kapitel behandeln.

Auf dem Weg in eine zukünftige Gesellschaft beschäftigen die Anarchisten noch folgende Probleme. Sie sind teilweise schon ansatzweise beantwortet, teilweise werden sie wohl nie endgültig beantwortet werden. Wie ist antiautoritäre Erziehung möglich? Wie ist die zukünftige Gesellschaftsorganisation ohne Herrschaft möglich? Wie kann man Industrialisierung und gesamtgesellschaftliche Planung mit dem Autonomieprinzip für selbstverwaltete Betriebe in Einklang bringen? Ist die Aufhebung der Entfremdung durch Selbstverwaltung möglich? Ist völlige Sozialisierung möglich und sinnvoll? Wie kann das demokratische und das föderalistische sowie das kommunale Prinzip zu einem anarchistischen Prinzip vertieft werden? Wie kann dem Subsidiaritätsprinzip mehr Geltung verschafft werden? Wie sollen die öffentlichen Dienste besorgt werden? Wie kann man die Entkolonialisierung erreichen? Diese und ähnliche Fragen sind durch die revolutionäre Praxis des Anarchismus teilweise beantwortet worden. Der nun folgende historische Teil meines Referats soll, soweit das in diesem Rahmen möglich ist, einen kurzen Überblick über die Geschichte des Anarchismus geben.

3. Kurzer Abriß: Geschichte des Anarchismus

1840 beginnt Pierre-Joseph Proudhon den Begriff Anarchie zu verwenden und in einen neuen Kontext zu stellen. In seinen Augen war Anarchie genau das Gegenteil von Chaos. Die Regierung war der Unruhestifter und allein eine von der Regierungsgewalt befreite Gesellschaft konnte die natürliche Ordnung der Gesellschaft gewährleisten. Bakunin und er hatten, daß muß schon angemerkt werden, ein boshaftes Vergnügen mit der Doppeldeutigkeit des Begriffs Anarchie zu spielen.

Das Prinzip der freien Arbeiterassoziationen und der Kampf um die Vorherrschaft in der internationalen Arbeiterbewegung beherrschte die erste Phase des Anarchismus.

1880 bis 1914 Seit 1980 suchten die Nachfolger Bakunins Streit mit den kollektivistischen Anarchisten. Kropotkin kritisierte sogar den Präzedenzfall der Pariser Kommune von 1871.

Der strittige Begriff Staat wird durch den Begriff Föderation oder Solidaritätsbund der Kommunen ersetzt. Die Erste Internationale zerbrach nicht zuletzt an Proudhon selbst, der die wenig erfolgreiche Vereinigung durch eine "gefürchtete Internationale" ersetzen wollte die gleichzeitig kommunistisch, antiklerikal, anarchistisch, revolutionär und antiparlamentarisch sein sollte. Da dies nicht gelang zogen sich die Anarchisten von der Arbeiterbewegung zurück. Abenteurertum, unreflektierter Aktivismus und Verschwörerpolitik machten sich unter dem Namen Anarchismus breit. Um wieder Zugang zu den Syndikaten und somit zu den Arbeitern zu gewinnen wurde die unrealistische Politik der Einzelaktionen und Attentate abgelegt. Auf dem Anarchistenkongress von 1907 werden die Syndikate als Kampforganisationen im Klassenkampf betrachtet. Doch warnt auch bereits Malatesta vor der Gefahr eines Konservatismus der syndikalen Bürokratie. In die Zeit um 1905 fallen auch die Erprobungen eines neuartigen Modells revolutionärer Organisationen: die Sowjets. Sie hatten sich, wie Guerin schreibt, während eines Generalsstreiks in den Fabriken Petersburgs gebildet um den Kampf der streikenden Arbeiter zu koordinieren. (Trockij: "Die Aktivität des Sowjets, der Arbeiterräte also, bedeutet die Organisation der Anarchie"). Als 1917 die Revolution ausbrach erschienen die Sowjets von selbst wieder; sie waren der Ausdruck des Interesses der Aufständischen, ihre zentrale Organisationsform, die von den Bolschewiki nicht ohne Argwohn betrachtet wurde. Die erste Phase einer libertären Revolution wurde von der autoritären Revolution abgelöst. Nicht die Selbstverwaltung sollte das neue Modell des Staates sein, sondern der Staatsmonopolismus ist das Modell der ökonomischen Politik Lenins. ("Unser nächstes Ziel ist es, die gesamte Volkswirtschaft nach dem Vorbild der Post zu organisieren" Lenin)(11); Tatsächlich wurden die Kompetenzen der Arbeiter und Bauern (1919 gab es in der Südukraine einen nach anarchistischen Grundsätzen aufgebauten "Staat" der ein Gebiet mit 7 Millionen Einwohnern umfaßte. Nestor Machno war der Führer dieser Arbeiter und Bauernräte die später von den Bolschewiki liquidiert wurden.) immer geringer. Am 5. Dezember 1917 war die Industrie einem Obersten Wirtschaftsrat unterstellt worden, der die Tätigkeit der Produzenten autoritär kontrollierte.

1918 begannen in Moskau der ersten "Säuberungen". Der Höhepunkt der Aktionen der um ihre Macht bangenden Bolschewiki gegen die sehr populären Anarchisten war die brutale Niederwerfung der Kronstädter Matrosen und ihrer Sowjets.

Die Matrosen von 1921 haben zum ersten Mal einen Gesellschaftszustand radikal in Frage gestellt, der nach der sozialistischen Rvolution liegt. Der Widerspruch zwischen siegreicher Revolution und kommunistischer Staatspartei wird hier zum ersten Mal deutlich.(12)

Auch in Italien konnten sich trotz anfänglicher Erfolge der Fabriksräte das anarchistische Konzept der Selbstverwaltung nicht durchsetzen. In Deutschland, Holland, Österreich und vielen anderen Staaten gab es in der Arbeiterschaft und in der Intelligenz starke Kräfte die sich für das anarchistische Rätesystem einsetzten.

Besonders stark war das seiner Tradition der Anarchismus in Spanien. Santillan einer der Führer der anarchistischen Gewerkschaft (1936 hatte die C.N.T. über 2 Millionen Mitglieder) forderte aus der Kritik der russischen Revolution heraus, die permanente Weiterentwicklung der Revolution zu Gunsten der jeweils "Unteren".

Die syndikalistischen Genossenschaften die Felder und Fabriken durch die arbeitende Klasse selbst verwalten ließen wurden bereits von der spanischen kommunistischen Partei scharf bekämpft; die folgende Niederlage der Spanischen Revolution hat den Anarchismus, wie Guerin schreibt, seines einzigen und unvergleichlichen Stützpunkte in der Welt beraubt.

Tendenzen der Demokratisierung und Liberalisierung sind bis heute, nach dem Urteil Guerins, außer in Algerien und in Jugoslawien in der Wirtschaftsverwaltung nicht zu sehen; zumindest nach anarchistischen Prinzipien nicht zu sehen.

Zusammenfassend kann man wohl sagen, daß trotz aller Widersprüche mit denen sich die Selbstverwaltung herumzuschlagen hat (Partikularismus und Zentralismus z.B.), es ihr Verdienst ist, daß sie den Massen die Einübung in eine direkte von "unten nach oben" organisierte Demokratie ermöglicht, daß sie die freie Initiative der Menschen fördert und ihren Sinn für Verantwortung prägt.

4. Zukunft der Anarchie und Kritik

In diesem Abschnitt werde ich versuchen über Anarchismus und seine Grenze im Aufbau kleiner Gruppen anhand der Beobachtungen von F. Bales, sowie über die Chancen eines radikaldemokratischen Rätesystems in unserer hochindustrialisierten und spezialisierten Gesellschaft zu refereieren. Radikaldemokratische Tendenzen in Familie, Kirche, Hochschule und in einzelnen Verbänden können leider nicht ausgeführt werden, da sie den Rahmen dieses Referates sprengen würden.

4,1. Anarchie und Kleingruppenforschung nach F. Bales und L. Coch

Robert F. Bales hat in seinen Beobachtungen von Diskussionsgruppen (2-10 Versuchspersonen) und den in ihnen stattfindenden Interaktionsprozessen nicht nur ein vorzügliches Schema zur Beobachtung von Kleingruppen geliefert, sondern auch einige bemerkenswerte Daten zum Problem Führung und Leistung entdeckt. Durch diese Untersuchungen wurde der Forderung nach permanenten Rotation von Rollen (Ämtern) kein Abbruch getan, doch wurde gezeigt, daß diese Forderung gewissen Grenzen unterliegt von der Leistung der Gruppe her determiniert sind. Nach Beendigung der Gruppentreffen wurden den Mitgliedern beispielsweise ein Fragebogen vorgelegt. Bei der Analyse der Fragebögen und der Beobachtungsprotokolle zeigt sich u.a. folgende Rollenstruktur. Die Rolle des Ideenspenders und des Diskussionsleiters fielen zusammen. Bei der Messung im integrativ-emotionalen Bereich (Sympathie und Antipathie durch Soziogramm dargestellt) ergab sich, daß der aufgaben- und leistungsorientierte Führer nicht ident war mit dem "emotionalen Führer".Wird nun diese Trennung von den beiden Rollenträgern akzeptiert kann die Gruppe gute Leistungen erzielen. Ist dies nicht der Fall und wurde nicht erkannt, daß es auch eine "führerlose" (Lewin) Gruppe geben kann, beginnt bei jedem Treffen ein Statuskampf. Dies kann soweit führen, daß auch kurzfristig, das Rollensystem nicht existiert. (Der landläufige Begriff von Anarchie-Chaos). Eine Möglichkeit, einem leistungslähmenden Statuskampf aus dem Weg zu gehen, ist die Bildung einer Koalition zwischen den "Männern an der Spitze". Bales sieht in dieser Tatsache übrigens auch eine Erklärung des Inzeststabus. Den Außenaspekt (Leistungssteigerung durch stabile Gruppenstruktur) müssen wir jedoch noch durch einige andere sozialpsychologische Ergebnisse der amerikanischen Gruppenpsychologie ergänzen.(13)

Ist Demokratisierung als Weg zur Herrschaftsfreiheit ein positiver oder negativer Faktor in Hinblick auf Leistung. Natürlich muß der Leistungsbegriff noch näher präzisiert werden, doch soll dies bei der Erläuterung der einzelnen Forschungsergebnisse stattfinden.

Die im folgenden gestreiften Untersuchungen wuchsen aus den Arbeiten von Lewin, Lippitt und White über die Auswirkungen autokratischer und demokratischer Führung auf Gruppen von Kindern hervor.(14) Bei diesen Experimenten zeigte sich, daß demokratische Führungstechniken die Produktivität (Leistung wurde in dieser Untersuchung mehr in kreativer Hinsicht verstanden) erhöhen. Alexander Bavelas wollte nun feststellen ob demokratische Diskussions- und Entscheidungstechniken auch dazu geeignet sind die industrielle Produktivität zu erhöhen. Der sehr abstrakte Begriff Demokratie wurde dadurch operabel gemacht, daß in den demokratischen Gruppen nicht der Führer, sondern die Gruppe Beschlüsse faßte. Dies ist ein Führungsstil der vereinzelt in gehobenen Management, aber fast überhaupt nicht auf Ebenen die in der Betriebshierarchie weiter unten liegen, gepflogen wird. Weiters versicherte mir das Institut für Führungskräfte, Köln - Braunsfeld, daß Streit und Intrigen in autoritär geführten Gruppen wesentlich häufiger sind als unter kooperativer Leitung.

Oder wie Adorno am letzten Soziologenkongress etwas jargonhafter sagte: "Herrschaft hat die Tendenz der Furchtbarkeit". Jedoch nicht nur bei den Untersuchungen von Bavelas, sondern auch die Untersuchungen von L. Coch und J.R. French zeigen, daß für viele Arbeitssituationen gesagt werden kann:(15) Menschen die unter demokratischer "Führung" arbeiten und die eine eher demokratische Kommunikationsstruktur haben sind zufriedener, engagieren sich stärker und leisten somit mehr. Für eine fundierte Anarchismuskritik sind diese Ergebnisse sicher sehr aufschlußreich, da sie das reale (wenn auch nur das noch-reale) Verhalten der heutigen Menschen dem absolut herrschaftsfreien System und Menschentyp der anarchistischen Zukunft gegenüberstellbar machen.

Im folgenden Abschnitt soll die makrosoziologische Analyse, die ja doch im Anarchismus mehr dominiert, mehr in den Vordergrund treten.

4,2. Prinzipien des Rätesystems und Ansätze zu einer Kritik

Um eine halbwegs brauchbare und systemimmanente Kritik des Rätesystems geben zu können möchte ich in Anlehnung Udo Bermbach folgende Prinzipien formulieren.

1. Zweck des Rätegedankens ist Selbstbestimmung der bis jetzt Beherrschten herzustellen, somit die Entfremdung zumindest tendenziell zu beseitigen und Bürokratisierungs und Oligarchisierungstendenzen zu verhindern.

2. Die Räte sind nicht nur als Kampforgan in allen Revolutionen erfolgreich gewesen, sie haben sich auch als Interessenvertretung bewährt. Mehr ausgebaut sollten als Lenkungsorgan des politischen Gemeinwesens und der Wirtschaft werden. Auf die Dauer konnten sie sich in der Funktion nur in Jugoslawien bewähren.(16)

3. Die Urwähler treten - entsprechend dem direkt-demokratischen Gedanken, daß die Gesellschaft "von unten nach oben" organisiert sein wollte - zu geschlossenen Basisgruppen zusammen. Das könnten Betriebs- Wohn- oder Verwaltungseinheiten sein. Vorstellbar sind auch revolutionäre christliche Kleingemeinden die als Basisgruppen aktiv werden. Die meisten Rätetheoretiker geben der Betriebsgruppe den Vorzug. Diese Basisgruppen werden nun aktiv, in ihren Versammlungen bildet und artikuliert sich der politische Wille.

4. Im Unterschied zu repräsentativ strukturierten Verfassungssystemen sollem im Rätesystem alle öffentlichen Positionen durch direkte Wahlen besetzt werden.

5. Die Urwähler und ihre relativ autonomen Gruppen haben (z.B. bei Konflikten mit der zentralen Planungsbehörde) die Vermutung totaler Kompetenzzuständigkeit für sich, d.h. im Zweifelsfalle gilt ihre Entscheidung. Alle politischen und relevanten Probleme sollen in Basisgruppendiskussionen entschieden werden, um die demokratische Identität nicht zu verletzen.

6. Der in Verwandschaft zum Faschismus stehende Kapitalismus (strukturelle Ähnlichkeit zwischen der Befehlsstruktur eines kapitalischen Betriebes und der direkten, nicht konstitutionellen vermittelten Ausübung von Herrschaft im faschistischen Staat. Faktor Arbeit reicht den Unternehmern nicht zur Legitimierung der Wirtschaftsdemokratie) soll demokratisiert werden. Seit der berühmten Äußerung im Industriekurier weiß doch ein jeder, daß in der Sicht vieler Unternehmer die Demokratie etwas ist, was mit Wirtschaft und Universität ebensowenig zu tun hat wie mit Zuchthäusern.

7. Die gewählten Delegierten sollen möglichst ehrenamtlich tätig sein, jedenfalls nicht mehr verdienen, als dem Durchschnittseinkommen der Urwählerschaft entspricht, um auf diese Weise eine ökonomische Verselbständigung von vornherein zu verhindern.

8. Alle gewählten Delegierten sind in ihren Entscheidungen der Urwählerschaft voll verantwortlich, sie haben gebundenes Mandat, unterliegen dauernder Kontrolle und können jederzeit abberufen werden.

9. Im Idealfall spiegeln die jeweiligen Räte in ihrer personalen Zusammensetzung die soziale Struktur der Urwählerschaft wieder.

10. Allzu häufiger Wiederwahl soll durch Ämterrotation entgegengewirkt werden. Das Postultat der Ämterrotation intendiert aber zugleich auch, schreibt Bermbach weiters, Ämterakkumulation als auch Korruption unmöglich zu machen und dem traditionellen Berufsamtentum ­ das nach Meinung der Rätetheorie zum Unheil der "Bürokratisierung" geführt hat ein Ende zu setzen.

11. Schließlich muß die liberale Gewaltenteilungsdoktrin außer Geltung gesetzt werden, da sie bereits jetzt ihre soziale Entsprechung verloren hat. Regiert wird im Wesentlichen durch außerparlamentarische Kräfte (Ministerialbürokratie, Management, Monopolkapital und Gewerkschaften) denen sogenannte außerparlamentarisch opositionelle Kräfte (APO) entgegengesetzt werden müssen. Doch das war nur eine Bemerkung die den von verschiedenen Gruppen eingeschlagenen Weg zu einem Rätesystem betrifft.

Es ist noch zu bemerken, daß es neben diesen unaufgebaren Prämissen noch andere wichtige Postulate gibt. Etwa die Korrelierung von politischem und wirtschaftlichem Rätesystem, das proletarische Milizsystem, Einführung einer allgemeinen Arbeitspflicht usw.

Kritik:

Unsere hochdifferentierte Leistungsgesellschaft mit ihren oft schwer manipulierbaren Sachzwängen und notwendigen Spezialisten macht es schwer zu glauben, daß durch eine Räteorganisation und deren immanenten Arbeitsmechanismen, personale Entfremdung und das Michel'sche Gesetz der Oligarchiebildung gänzlich aufgehoben werden könnte.

Da die Urwähler wohl beschließen, jedoch kaum den eigenen Entschluß selber (durchsetzen) praktisch umsetzen wird können; bedarf es zweckrational organisierter Apparate, die diese Funktion, wie Bernbach bemerkt, effektiver, d.h. sachkundiger schneller und billiger übernehmen können, als dies von den sich selbst verwaltenden Kommunen zu erwarten ist. Insoweit wird Bürokratisierung auch in einem Rätesystem unumgänglich. Hinzu kommt und damit beginnt die Bürokratieanalyse von vorne, das jedes soziale System neben seinen Stabilisierungstendenzen auch das Bestreben hat, die mit ihm in Berührung kommenden in den eigenen bürokratischen Mechanismus zu integrieren, sie also allmählich aus der politischen und sozialen Bindung an ihre Urwähler zu lösen.

Außerdem gerät das Wunschbild des der Entfremdung enthobenen und seiner Autonomie gewissen Menschen in Konflikt mit der unvermeidbaren Differenzierung der Leistungsfunktionen in einer hochgradig arbeitsteiligen Industriegesellschaft. Bestimmte elementare Stabilitäts- und Versorgungserwartungen dieser Gesellschaft müssen durch koordinierende überregionale Leitungsgremien geregelt werden. Die Frage ist demnach, in welcher Weise der organisatorische Zusammenschluß einer Vielzahl lokaler Räte erfolgen kann, und von welcher Qualität dieses oberste Executivorgan sein muß, um den radikaldemokratisch-anarchistischen Bedingungen der Räteidee zu genügen. Wäre das nicht ein sehr großer Abstrich von der Dezentralisierungsforderung?

Andrerseits haben aber diese Zentralorgane infolge ihres sachlichen Informationsvorsprunges die Tendenz zur Separierung. Die dauernde Kontrolle, die ja Informationsgleichheit zwischen Wähler und Gewählten voraussetzt, ist durch Informationsvorsprung, kaum sachgerecht möglich.

Die Kriterien nach denen Rechenschaft abgelegt werden soll können also von dem neuen Führungssystem festgelegt werden.

So daß es dann im schlimmsten Fall nicht mehr heißt:

"KPÖ für Sicherheit", "Alle Räte sind für Sicherheit" sondern "Wir sind für Sicherheit". Was ja ebenfalls einer Verinnerlichung der Führungsziele gleich käme.

Außerdem führt auch dieses Alternativsystem zu neuer Hierachiebildung ist nicht die Massenbasis auch der Bildung schon vor der Revolution gegeben. Unbeantwortet bleibt auch die Frage, auf Grund welcher Kriterien den Rätedeligierten ihr Mandat zugesprochen werden soll.

Ich konnte hier nur in Anlehnung an einige sicher Unzulängliche Veröffentlichungen aus dem Ausland versuchen eine Rezeption und Kritik des Anarchismus und des Rätegedankens durchzuführen. Am Ende meiner Arbeit möchte ich doch einige denkbare Mißverständnisse ausschließen. Mir ging es in diesem Referat nicht um eine kritiklose Apologie unserer jetzigen Herrschaftsverhältnisse. Das Kriterium einer progressiven Gesellschaftstheorie scheint mir, wenn sie auch teilweise unpraktikabel ist, der Beitrag den sie zum Wertanstieg einer unterprivilegierten Gruppe (z.B. Studenten, Arbeiter) geleistet hat.

1. Referat in: Soziologisches Seminar: Allgemeine Soziologie einschließlich Sozialforschung (Theorie der Gesellschaft, Makrosoziologische Theorie) Prof. J. Wössner, Linz 20.1.69

2. vgl., Daniel Guerin, Anarchismus, 2. Auflage, Frankfurt am Main 1967

3. vgl., Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum, Leipzig 1928

4. vgl., N. Moltschanov, Westliche Studentenrebellion in sowjetischer Sicht, Orientierung Nr. 1, 33. Jahrg., Zürich 1969

5. vgl. M. Stirner, a.a.O., S. 166

6. vgl., D. Guerin, Anarchismus, a.a.O., S 25 f

7. Max Stirner, Der Einzige, a.a.O., S. 77

8. ähnlich bei: R. Gronemeyer, Gesetz und Utopie. Zur Rechtssprechung einer zukünftig Gesellschaft, in: Kursbuch Nr. 14, Hrsg., H.M. Enzensberger, Frankfurt am Main, 1968, S. 122ff.

9. vgl., D. Guerin, Anarchismus, a.a.O., S. 111 f

10. vgl., D. Guerin, Anarchismus, a.a.O., S. 33

11. vgl., D. Guerin, Anarchismus, a.a.O., S. 76 f

12. näheres in: Kursbuch 9, Hrsg., H.M. Enzensberger, Dossier, Kronstadt 1921, Frankfurt am Main, 1967, S. 7 ff

13. vgl., R.F. Bales, Problem des Gleichgewichts in kleinen Gruppen, in: H. Hartmann, Moderne amerik. Soziologie, Stgt, S. 331 f

14. vgl., R. Lipitt und R. White, An Experimental Study of Leadership and Group Life in: G.E. Swanson, Newcomb, Hartley, Ed., Readings in Social Psychologie, rev.ed., New York 1952, S. 340 ff

15. vgl., L. Coch and John R.P. French, Jr., Overcoming Resistance to Change, in D. Cartwright and A. Zander, Hrsg., Group Dynamics, 1960, 2. Auflage, London, S. 319- 341

16. vgl., U. Bermbach, Ansätze zu einer Kritik des Rätesystems, in: Berliner Zeitschrift für Politologie, Hrsg. fachschaft für Politologie am Otto Suhr Institut, Berlin, 1968,

Nr. 4, S. 21 ff